Katholische Kirche in der Minderheit

Ein Interview mit dem schwedischen katholischen Bischof von Stockholm, Anders Arborelius

Bischof Anders Arborelius wurde 1998 zum ersten schwedischstämmigen katholischen Bischof von Stockholm seit der Reformation berufen. Er wuchs im südschwedischen Lund auf und konvertierte im Alter von 20 Jahren zum katholischen Bekenntnis. Als er 22 Jahre alt war, trat er in das Karmeliterkloster von Norraby in Tågarp ein, unweit von Landskrona. Er studierte Philosophie in Brügge und Rom.

Sehr geehrter Herr Bischof Arborelius, welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich für die Christinnen und Christen, insbesondere für die katholischen, in Schweden?
Die größte Herausforderung ist es, den Glauben an die jüngere Generation weiterzugeben, die in einer säkularisierten und hedonistischen Umgebung aufgewachsen ist. Zugleich ist es eine außerordentliche Chance, weil so viele Menschen etwas Tieferes suchen und offen sind. Für uns Katholiken ist es eine besondere Herausforderung, eine Einheit zu formen, weil die Gläubigen aus so vielen Nationen, Riten und Kulturen kommen.

Was kann denn die Kirche in einer säkularisierten Umwelt wie in Schweden für die Menschen bieten? Welchen Auftrag hat sie? Was kann sie bewirken? Wie kann sie missionarisch sein?

Wir erfahren, dass Spiritualität und Gebet mehr und mehr gefragt werden. Je mehr die Gesellschaft materialistisch wird, desto mehr sehnen sich die Menschen nach geistlichen Werten. Unsere Aufgabe als katholische Kirche ist es, mehr präsent im öffentlichen Raum zu werden, um unsere Botschaft mehr bekannt zu machen. Immer noch betrachten viele uns als einen Fremdkörper, der nur für Einwanderer sorgt. Aber trotzdem wächst unsere Möglichkeit, die Botschaft an neuere Gruppen weiterzugeben. In den ärmeren und von Immigrantinnen und Immigranten bewohnten Randgebieten der Großstädte müsste die Kirche mehr intensiv missionarisch tätig sein.

Die katholische Kirche in Schweden wächst. Sie besteht aus vielen Konvertit/innen und vielen Menschen mit Migrationshintergrund. Was bedeutet das für das Leben der Kirche?
Es ist eine ständige Aufgabe, die verschiedenen nationalen Gruppen zu integrieren in unseren Gemeinden. Auch die meistens einheimischen Konvertiten müssen sich mit den verschiedenen Einwandergruppen einigen können. Der katholische Glaube als einigender Faktor ist deshalb so wichtig.

Was ist für Sie als Bischof in der letzten Zeit die Erfahrung gewesen, die Sie am meisten ermutigt hat?
Es gibt so viele Begegnungen mit gläubigen Menschen, die mich immer ermutigen, und ich bin dankbar, dass jetzt mancherorts die Katholikinnen und Katholiken sich einsetzen, um neue Gemeinden zu bilden.

Was wünschen Sie dem schwedischen Frauen-Fußballteam für die Weltmeisterschaft in Deutschland?
Meine Hoffnung ist, dass die schwedischen Teilnehmerinnen die Möglichkeit bekommen, gläubige Fußballspielerinnen kennenzulernen und so einsehen, dass Sport und Glaube verbunden werden können.

Sehr geehrter Herr Bischof Arborelius, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Die Fragen stellte Hubertus Schönemann.

Flagge von Schweden

Schwedische Hymne

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Du gamla, Du fria („Du alter, Du freier...") ist die schwedische Nationalhymne. Die Melodie stammt aus einem alten Volkslied aus Västmanland. Richard Dybeck dichtete dazu 1844 den Text der ersten beiden Strophen. Die erste öffentliche Aufführung fand am 13. November 1844 bei einem Konzert Aftonunderhållning med nordisk folkmusik („Abendunterhaltung mit skandinavischer Volksmusik") statt.

mp3-Quelle: www.nationalanthems.info

Informationen

Amtliche Eigenbezeichnung
Konungariket Sverige (Königreich Schweden)

Hauptstadt
Stockholm

Amtssprache(n)
Schwedisch

Sonstige offizielle Sprachen
anerkannte Minderheitensprachen: Finnisch, Tornedalfinnisch, Jiddisch, Romani, Samisch, Schwedische Gebärdensprache

Sonstige Sprachen
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Anteile der Religionen an der Bevölkerung
77,2% Christen (71,3% Lutheraner, 3,2% andere Protestanten, 1,6% Katholiken, 1,1% Orthodoxe), rund 20% ohne Religion oder ohne Angabe, 2,7% Muslime, >1% Andere

Fläche
450.295 km²

Einwohner
ca. 9,3 Mio