P. Klaus Dietz SJ, Pfarrer in Stockholm

Pippi Langstrumpf mit ihrem Apfelschimmel und dem Äffchen Herr Nilsson in den Kinderbüchern von Astrid Lindgren – eine typische Schwedin? Jedenfalls hat sie Generationen von Mädchen in Schweden und vielen anderen Ländern beeinflusst, an die eigenen Fähigkeiten zu glauben und Spaß zu haben. Pippi ist „anders“: selbständig, phantasievoll, ein starker Wirbelwind – ein deutlicher Kontrast zum Ideal des lieben und netten und stillen Mädchens vergangener Zeiten. Als das erste Pippi-Langstrumpf-Buch 1945 erschien, protestierten Eltern und Lehrer. Heute ist Pippi von allen geliebt und bewundert.
Bereits im Mittelalter hat eine andere ungewöhnliche und selbstbewusste Schwedin ein alternatives Vorbild für Frauen dargestellt: die heilige Birgitta (1303-1373). Verheiratet mit einem der führenden Männer des Landes, Mutter von acht Kindern, Mystikerin und „Gottes Sprachrohr“. Als Prophetin wagte sie, Könige, Bischöfe und Päpste öffentlich zu kritisieren. Sie mischte sich ein in Politik und Kirchenpolitik, reiste als Pilgerin nach Santiago, Rom und Jerusalem (und das im 14. Jahrhundert!) und gründete den Orden des Heiligen Erlösers („Birgittaschwestern“), in dem eine Äbtissin „Chefin“ für sowohl Nonnen wie Mönche war.
Im Schweden von heute stehen Frauen „ihren Mann“. Gewiss, die Gleichberechtigung ist zwar theoretisch eine Selbstverständlichkeit, aber in der Praxis nicht ganz erreicht, etwa in den Gehältern. Beinahe die Hälfte (47%) der Parlamentarier und 11 der 24 Minister sind Frauen. In der evangelisch-lutherischen Kirche wächst die Zahl der Pastorinnen, darunter gibt es zwei Bischöfinnen. An den Universitäten muss jede Vorlesung einen Gender-Aspekt haben. Und im vergangenen Jahr haben mehr Frauen als Männer den Doktortitel erworben.
Auch in der verhältnismäßig kleinen katholischen Kirche in Schweden (1-2% der neun Millionen Einwohner) nehmen Frauen verantwortliche Stellungen ein, z.B. als Leiterinnen des Katechetischen Instituts, der Kirchenzeitung und anderer wichtiger Gremien im Bistum, aber auch in den meisten der 43 Pfarreien.
Ein Charakteristikum der hiesigen Kirche ist die Vielzahl der Nationalitäten – in kleinen Gemeinden sind es 30–40, in den großen 70–80. Auch Priester (165) und Ordensschwestern (190) kommen aus aller Herren Länder. Es ist ein Sprachengemisch, eine multikulturelle Gemeinschaft von Flüchtlingen, Einwanderern, Konvertit/innen und schwedischen Katholik/innen der zweiten oder dritten Generation. Neben dem lateinischen Ritus gibt es mehrere orientalische Riten, besonders aus arabischen Ländern. Die Gottesdienste sind gut besucht, es gibt Priester- und Ordensberufe, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, z.B. der Umweltminister, sind bekannt als Katholiken, und vor zehn Jahren haben die Jesuiten die einzige katholische (und seit kurzem staatlich anerkannte) Hochschule Skandinaviens, das Newman-Institut, in Uppsala gegründet. Neue Pfarreien werden errichtet, die katholische Buchproduktion ist erstaunlich reichhaltig, die einzige christliche Kulturzeitschrift ist das katholische „Signum“. Trotz der Kirchenaustritte – die Säkularisierung beeinflusst vor allem Jugendliche und Einwanderer – wächst die Zahl der Katholikinnen und Katholiken. Ohne zu übertreiben kann man feststellen: Es herrscht ein guter Geist im Bistum Stockholm.
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Du gamla, Du fria („Du alter, Du freier ...") ist die schwedische Nationalhymne. Die Melodie stammt aus einem alten Volkslied aus Västmanland. Richard Dybeck dichtete dazu 1844 den Text der ersten beiden Strophen. Die erste öffentliche Aufführung fand am 13. November 1844 bei einem Konzert Aftonunderhållning med nordisk folkmusik („Abendunterhaltung mit skandinavischer Volksmusik") statt.
mp3-Quelle: www.nationalanthems.info
Amtliche Eigenbezeichnung
Konungariket Sverige (Königreich Schweden)
Hauptstadt
Stockholm
Amtssprache(n)
Schwedisch
Sonstige offizielle Sprachen
anerkannte Minderheitensprachen: Finnisch, Tornedalfinnisch, Jiddisch, Romani, Samisch, Schwedische Gebärdensprache
Sonstige Sprachen
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Anteile der Religionen an der Bevölkerung
77,2% Christen (71,3% Lutheraner, 3,2% andere Protestanten, 1,6% Katholiken, 1,1% Orthodoxe), rund 20% ohne Religion oder ohne Angabe, 2,7% Muslime, >1% Andere
Fläche
450.295 km²
Einwohner
ca. 9,3 Mio
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