Ein Land zwischen Todesschwadronen, Armut und Drogenhandel

Im Nordwesten des Subkontinents gelegen, ist Kolumbien der nach Brasilien bevölkerungsreichste Staat Südamerikas. In der Bevölkerung vermischten sich die europäischen „Entdecker“ mit den indigenen Einwohner/innen und afrikanischen Einwanderern. Die Probleme des Landes liegen in der großen Armut und in der Existenz der Drogenguerilla, die Gewalt und Gegengewalt produziert. Rivalisierende Banden finanzieren sich über den Drogenhandel, der Staat selbst ist sehr schwach. Immer wieder werden Menschenrechtsverletzungen durch das staatliche Militär gemeldet, die meist nicht geahndet werden.

© Foto: Sankt Michael Bogota

Ein weiteres Problem Kolumbiens ist die ungleiche Verteilung des zur Verfügung stehenden Landes, dessen Verhältnis sich in der Vergangenheit zu Ungunsten der kleinen Bauern, der campesinos, entwickelt hat: Viele Großgrundbesitzer halten große Teile der landwirtschaftlichen Nutzflächen besetzt und schützen sie mit paramilitärischen Einheiten.

Rund die Hälfte der Einwohner Kolumbiens lebt in Armut, viele Menschen sind vor Hunger und Gewalt vom Land an den Rand der Großstädte geflüchtet, wo sie in notdürftig hergestellten Slums hausen. Ein sozialer Friede, der auf Ausgleich beruht, scheint ferner denn je.

Kirchliche Bemühungen haben in den vergangenen Jahren zu einer teilweisen Abrüstung und Auflösung paramilitärischer Truppen geführt. Auch versuchen kirchliche Hilfsorganisationen, die materielle Not der Ärmsten zu lindern und die sozialen Fragen Kolumbiens zukunftsweisenden Lösungen zuzuführen.

Frau Rosemarie Heusser de Trujillo lebt seit Jahren in Kolumbien und ist die Vorsitzende des Kirchenrates der deutschsprachigen katholischen Gemeinde in der Hauptstadt Bogotá. Sie äußert sich zur religiösen Situation in ihrem Gastland: „Kolumbien hat knapp 43 Millionen Einwohner, von denen ca. 90 % Katholiken sind. 1991 hat die 'Constitución Política' Religionsfreiheit erklärt. Die Protestanten sind eine kleine Minderheit, ca. 7%. Außerdem gibt es Juden, Moslems und andere Religionen.“ Auch in Kolumbien ist jedoch – wie andernorts in Lateinamerika – ein großer Zulauf zu evangelikalen Gruppen und Freikirchen zu beobachten. „Zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg kamen eine ganze Reihe Deutsche, Österreicher und Schweizer nach Kolumbien. Im Sommer 1957 wurde die Gemeinde der Katholiken deutscher Sprache in Kolumbien und Panamá mit Sitz in Bogotá gegründet“, erzählt Frau Heusser. „Die Teilgemeinden Cali und Medellín entstanden erst später. Die Gemeinde wurde nach dem Schutzpatron des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation 'St. Michael' genannt.“

Während die kolumbianische Nationalmannschaft der Herren sich nicht für eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Deutschland 2006 qualifizieren konnte, ruhen die Hoffnungen der Kolumbianerinnen und Kolumbianer nun auf der Frauen-Elf. In einem Land, in dem nach Auskunft vieler der „machismo“ regiert, zeigen die kolumbianischen Frauen somit, dass mit Energie und Leistungsbereitschaft etwas erreicht werden kann, trotz Diskriminierung und Perspektivlosigkeit.

Siehe auch:
Länderprofil Kolumbien bei Open Doors
Ländervorstellung Kolumbien bei adveniat

Flagge von Kolumbien

Kolumbianische Hymne

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Die Himno Nacional de la República de Colombia ist die Nationalhymne Kolumbiens. Sie wird aufgrund ihres Textes auch oft als Oh Gloria Inmarcesible bezeichnet, dieser Name ist aber offiziell nicht gebräuchlich. Ihr Text stammt von Rafael Núñez, die Musik stammt von dem italienischen Komponisten Oreste Sindici. Am 28. Oktober 1920 wurde Oh Gloria Inmarcesible durch das Gesetz 33 über die nationalen Symbole Kolumbiens zur Nationalhymne erklärt.

mp3-Quelle: www.nationalanthems.info

Informationen

Amtliche Eigenbezeichnung
República de Colombia (Republik Kolumbien)

Hauptstadt
Bogotá

Amtssprache(n)
Spanisch

Sonstige offizielle Sprachen
--

Sonstige Sprachen
indigene Sprachen; Englisch (auf den Inseln San Andrés und Providencia)

Anteile der Religionen an der Bevölkerung
97% Christen (90% Katholiken, 7% Protestanten), 3% Andere (Juden, Moslems, indigene Religionen)

Fläche
1.138.748 km²

Einwohner
ca. 43 Mio