Kanada: Ein Land religiöser Vielfalt ist jetzt im Frauen-Fußballfieber

Simone Oberacher, Karin Germann und Mihu Rucareanu sind Mitglieder der deutschsprachigen Pfarrgemeinde St. Albertus in Ottawa. Sie stellen ihr Gastland vor und denken über Fußball und Toleranz nach.

"O Canada – our home and native land", so lauten die ersten Worte der englischen Fassung der kanadischen Nationalhymne. "Home" – Zuhause und Heimat bietet Kanada für eine bunt zusammengewürfelte Bevölkerung.

Jedem Besucher des Landes wird schnell offenbar, dass Kanada ein Einwanderungsland ist. Die offiziell festgelegte Einwanderungsquote liegt bei jährlich knapp 1% der kanadischen Gesamtbevölkerung. Das sind also ca. 300.000 Menschen aus aller Welt, die jedes Jahr die dauernde Aufenthaltserlaubnis für ihre neue Heimat ausgesprochen bekommen. Und was bringen diese Einwanderer mit sich nach Kanada? Ihr Gepäck wird sicher häufig nicht sehr voluminös sein. Aber neben guten beruflichen Qualifikationen importieren sie die Traditionen und Gebräuche ihrer Heimatländer und natürlich auch ihre Religion.

So kommt es, dass die religiöse Landschaft in Kanada äußerst vielfältig gestaltet ist. Es besteht eine große Dichte an Kirchengebäuden und Gebetsstätten nicht nur der unterschiedlichsten christlichen Konfessionen, sondern auch jeglicher Weltreligionen. In größeren Städten kommen vor allem bei der katholischen Kirche auch noch die so genannten "ethnischen" Pfarrgemeinden hinzu.

Die Religionsfreiheit ist in Kanada ein in den Grundrechten und -freiheiten verankertes Gesetz. Es ist aber auch beeindruckend zu beobachten, wie diese Religionsfreiheit gelebt wird. Die (Neu-)Kanadier/innen sind stolz auf ihre Traditionen und schätzen die Möglichkeit der freien Religionsausübung. Im Gegenzug stehen sie ihren Mitmenschen und deren Religionen mit großer Toleranz gegenüber.

Solche Toleranz – wie in Kanada die Toleranz gegenüber verschiedenen Lebenstilen und religiösen Bekenntnissen – muss eingeübt werden. Der Fußballsport spielt hierbei als Übungsfeld eine nicht zu unterschätzende Rolle:

  1. Fußball fordert Zusammenarbeit – Kinder lernen mit anderen zusammenzuarbeiten, sonst läuft ja nichts. Kein Spiel kann von einem alleine gewonnen werden. Man braucht einen Torwart, Verteidiger/innen, Mittelfeldspieler/innen und Torschütz/innen. Egal, wie gut eine einzelne Spielerin oder ein einzelner Spieler ist, er muss sich auf seine Mitspieler/innen (Mitmenschen) verlassen. Man lernt also, dass man nicht immer selbst der Wichtigste ist.
  2. Fußball lehrt Selbstbeherrschung und Disziplin – wer die Beherrschung verliert, bekommt eine rote Karte und fliegt vom Spielfeld. Dann hat dieser Spieler/in seine ganze Mannschaft im Stich gelassen. Egal wie sehr man sich ärgert, muss man lernen, es hinzunehmen und weiterzumachen.
  3. Frauenfußball fordert Gleichberechtigung – Frauen und Mädchen haben auch das Recht, Sport zu betreiben und ihren Träumen nachzugehen. In manchen Ländern (wie in Kanada) schneidet die Frauenmannschaft sogar noch besser ab als die Herrenmannschaft. Das gibt Frauen Anerkennung, Selbstbewusstsein und Respekt.
  4. Fußball lehrt Respekt – gute Fußballspieler/innen werden auch von ihren Gegner/innen anerkannt und respektiert. Obwohl es manchmal vorkommt, dass man einer andere Spielerin oder einem anderen Spieler wehtut, lernen Spieler/innen auch zuzugeben, wenn sie Unrecht hatten, und ihrer Gegnerin, ihrem Gegner zu helfen, wieder auf die Beine zu kommen.


Fußball kann ein Lernfeld für Toleranz sein.

Flagge von Kanada

Kanadische Hymne

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Ô Canada (frz.) beziehungsweise O Canada (engl.) ist die Nationalhymne von Kanada. Die Musik wurde komponiert von Calixa Lavallée, der französische Text stammt von Adolphe-Basile Routhier. Die offizielle englische Version basiert auf einem 1908 von Robert Stanley Weir geschriebenen Gedicht und wurde 1968 modifiziert. Es handelt sich also nicht um eine Übersetzung der französischen Version.

mp3-Quelle: www.nationalanthems.info

Informationen

Amtliche Eigenbezeichnung
Canada

Hauptstadt
Ottawa

Amtssprache(n)
Englisch, Französisch

Sonstige offizielle Sprachen
--

Sonstige Sprachen
indigene Sprachen; Chinesisch, Italienisch, Deutsch, Panjabi, Spanisch

Anteile der Religionen an der Bevölkerung
74% Christen (43,2% Katholiken, 29,2% Protestanten, 1,6% Orthodoxe), 16,5% ohne Religion, 3,4% ohne Angabe, 2% Moslems, 1,1% Juden, 3% Andere (Buddhisten, Hindus, Sikhs u.a.)

Fläche
9.984.670 km²

Einwohner
ca. 34 Mio