Von Corinna Sehl, Gemeindereferentin der deutschsprachigen katholischen Kirchengemeinde in Tokyo. Ihr Beitrag über die religiöse Situation im Land der aufgehenden Sonne entstand unter dem Eindruck der jüngsten Katastrophen in Japan.
Von den 127 Millionen Einwohner/innen des industrialisierten Inselreiches sind lediglich 1 Prozent Christinnen und Christen. Katholische Einrichtungen haben einen gewissen Einfluss im mittleren und höheren Bildungsbereich. So genießen beispielsweise katholische Privatschulen und Universitäten hohes Ansehen. Auch im Bereich der sozialen Fürsorge werden katholische Einrichtungen geschätzt. Die japanische Gesellschaft lebt sehr in ihren shintoistisch-buddhistischen Traditionen und Festen, die sie als kulturelles Erbe begreift. Religion spielt eher eine untergeordnete Rolle im gesellschaftlichen Leben. Ganz zentral jedoch ist im Denken der Japaner/innen die Natur. Japaner/innen erleben sehr intensiv den Wechsel der Jahreszeiten, die Schönheit der Kirschblüte im Frühjahr, aber auch die Bedrohung durch Taifune im Spätsommer. Die Natur ist gewaltig in Japan – gewaltig schön und genauso gewaltig zerstörend!
Das Erdbeben und die Tsunamiwelle am 11. März 2011 und die darauf folgende Krise am Atomkraftwerk Fukushima haben Japan schwer getroffen. Zwar weiß jede Japanerin und jeder Japaner, dass in seinem Land große Erdbebengefahr besteht, und man ist darauf vorbereitet. Aber mit einer Katastrophe solchen Ausmaßes hatte niemand gerechnet. Tausende Menschen sind ums Leben gekommen, Unzählige werden vermisst, ganze Dörfer an der Küste im Nordosten Japans wurden ausgelöscht. Die Überlebenden im Katastrophengebiet haben alles verloren und müssen von vorne beginnen. Die Wirtschaft des Landes ist in einer schweren Krise, viele Menschen reagieren verängstigt und verunsichert. Das ganze Land steht vor gewaltigen Herausforderungen, die nur mit großen Anstrengungen und der Hilfe von außen bewältigt werden können. Das wird Jahrzehnte dauern. Doch mit bewundernswerter Disziplin und Ruhe versuchen die Japaner/innen, nach vorne zu schauen. „Ganbatte nihon!“, heißt eine weltweite Kampagne für Japan. „Sei stark und mach's gut, Japan! Du wirst es schaffen!“
Seit 1969 gibt es in Tokyo die deutschsprachige Gemeinde St. Michael. Eine christliche Gemeinde in einem nichtchristlichen Land. Von den ungefähr 40 Familien und Einzelmitgliedern haben einige in Folge der Katastrophe Japan vorübergehend oder für immer verlassen. Seit vielen Jahren hat die Gemeinde Kontakt zu einem Kinderheim in Ichinoseki im Nordosten Japans. Es wird von der deutschen Franziskanerin Schwester Caelina Mauer geleitet. Durch das Erdbeben wurde das Heim stark beschädigt und bietet nicht mehr ausreichend Sicherheit für die 60 Kinder und ihre Betreuer/innen, so dass ein Neubau nötig ist. Hier versuchen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten zu helfen.
1999 wurde das Kimi Ga Yo per Gesetz zum Nationalsymbol Japans erklärt, zusammen mit der japanischen Hinomaru-Flagge.
mp3-Quelle: www.nationalanthems.info
Amtliche Eigenbezeichnung
日本国 (Nippon-koku, dt. Japan)
Hauptstadt
東京 (Tokio)
Amtssprache(n)
Japanisch
Sonstige offizielle Sprachen
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Sonstige Sprachen
Chinesisch, Deutsch
Anteile der Religionen an der Bevölkerung
90% gelten als Shintōisten und 85% als Buddhisten, wobei 80% zugleich als Shintōisten und Buddhisten gelten, alle anderen Religionen spielen kaum eine Rolle; weniger als 1% der Japaner sind Christen
Fläche
377.835 km²
Einwohner
ca. 128 Mio
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