Sport, Strandleben und religiöse Vielfalt

Es ist untertrieben, dass die Australier sportinteressiert sind. Sie sind verrückt nach Sport. Bei mehr als 120 nationalen und tausenden lokalen, regionalen und bundesstaatlichen Sportorganisationen wird geschätzt, dass fast 7 Millionen Menschen von ca. 22 Millionen Einwohnern in Australien Mitglieder eines Sportvereins sind. Die beliebtesten Sportarten in Australien sind Australian Rules Football (AFL) und Rugby. Gleich danach in der Beliebtheitsskala kommt Cricket. Australiens Schwimmer sammeln olympische Medaillen. Die Australian Open in Melbourne werden als Tennisereignis weltweit wahrgenommen. Fußball ist im Kommen. Sportler/innen sind so populär, dass jedes Nationalteam einen eigenen Beinamen trägt. Die Rugby-Spieler sind die "Wallabies", die Schwimmer die "Dolphins", die Basketballerinnen werden "Opals" und die Hockey-Spielerinnen "Kookaburras" genannt. Schon vor ihrem Erfolg bei der WM in Deutschland wusste jedes Kind, dass mit "Socceroos" die Fußballer gemeint waren. Nur die "Matildas", obwohl benannt nach Australiens heimlicher Nationalhymne "Waltzing Matilda", war nahezu unbekannt. Frauenfußball stand meilenweit im Abseits und stand nicht im Zuschauer/innen- und noch weniger im Medieninteresse. Erst seitdem die Westfield Matildas gegen Nordkorea nach Elfmeterschießen mit 5:4  als ersten Titel die Asienmeisterschaft gewannen, wächst das Interesse am Frauenfußball.

Der Sport prägt den gesamten Lebensstil der Australier/innen. Da die Mehrheit der Bevölkerung nicht weit von der Küste entfernt lebt, sind die Küstenlandschaften zum wesentlichen Bestandteil des entspannten Lebensstils der Australier/innen geworden. Angefangen beim Surfclub-Training der jungen „Nippers“ (Rettungsschwimmer) am Samstagmorgen bis hin zum Beach-Cricket nach einem Barbecue – die Australier und Australierinnen lieben das Strandleben. Sie gehen zum Strand, um die Sonne zu genießen, zu surfen, zu segeln, zum Parasailing, Fischen, Schnorcheln, Tauchen und um nach Muscheln und anderen interessanten Fundstücken zu suchen. Hier trifft man sich, treibt Sport, entspannt sich oder genießt romantische Augenblicke. Der Strand ist auch ein perfekter Ort zum Feiern. Zu Silvester tanzen die Nachtschwärmer im Sand und beobachten das Feuerwerk an den Manly und Bondi Beaches in Sydney und Glenelg in Adelaide. An vielen Stränden finden am Australia Day Feierlichkeiten statt und zu Weihnachten finden sich bis zu 40.000 internationale Besucher am Bondi Beach in Nikolausmütze und Badebekleidung ein. Die berühmtesten Strände Australiens – Bondi und Manly in Sydney, St. Kilda in Melbourne, Surfers Paradise an der Goldküste von Queensland, Cottesloe in Perth und Glenelg in Adelaide - ziehen Einheimische und internationale Tourist/innen gleichermaßen an.

Australien ist – grundgelegt durch seine Einwandungsgeschichte – ein mulitkulturelles Land. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs sind mehr als 6 Millionen Menschen aus allen Teilen der Welt eingewandert, um in Australien ihr Glück zu suchen. Mehr als 20% der heutigen Bevölkerung wurde im Ausland geboren und mehr als 40% stammen von verschiedenen Kulturen ab. Daher ist auch die Zahl der Glaubensrichtungen und religiösen Bekenntnisse  vielfältig. Knapp zwei Drittel der Australier/innen sind Christ/innen (63,9%). Die erste europäische Besiedelung des Landes durch die Briten seit dem 17. Jahrhundert prägte das Land anglikanisch. Durch die Zuwanderung nach dem zweiten Weltkrieg vor allem aus Italien und Irland wurden die Katholik/innen jedoch die größte religiöse Gruppe mit mehr als 5 Millionen (25,8%), gefolgt von knapp 4 Millionen Mitgliedern der anglikanischen Kirche (18,7%) und ebenfalls knapp 4 Millionen Christ/innen anderer Konfessionen. Das Bildungssystem der katholischen Kirche ist nach dem staatlichen das zweitgrößte. Im Jahr 1991 wurde die Australian Catholic University eröffnet. Seit den 90er-Jahren kommen die Einwanderer vor allem aus dem asiatisch-pazifischen Raum, so dass die Zahl der Menschen, die nicht-christlichen Religionen angehören, sich in den vergangenen zehn Jahren fast verdoppelte. Mittlerweile leben mehr als 400.000 Buddhisten und Buddhistinnen (2,1%) in Australien. Fast ebenso viele (1,7%) sind Anhänger/innen des Islams. Hinzu kommen rund 150.000 Hindu (0,7%) und knapp 90.000 Juden (0,4%). Die meisten Hindu kamen als Einwanderer von den Fidschi-Inseln, aus Indien und Sri Lanka, aber auch aus Südafrika. Sie finden sich heute vor allem in gut ausgebildeten Positionen als Mediziner/innen, Ingenieur/innen und IT-Fachleute. Zur Religion der Ureinwohner/-innen Australiens, der Aborigines, die seit mehr als 40.000 Jahren auf dem fünften Kontinent leben, bekennen sich lediglich rund 5000 Australier/innen (0,03%). Der Glaube der Aborigines basiert vor allem auf der Verehrung der Natur und dem Einfluss der Ahnen und Träume. Die meisten der rund 500.000 Aborigines sind heute Christen. Allerdings ist auch fast ein Drittel der Australier nicht religiös oder bekennt sich nicht öffentlich: Im Zensus von 2006 bezeichneten sich 3,7 Millionen (18,7 %) als ohne Religion, immerhin 2,2 Millionen (11,2%) verweigerten die Angabe. Wie in vielen Industriestaaten gibt es auch in Australien immer mehr Menschen, die sich ihre Spiritualität aus verschiedenen Religionen zusammensetzen. Insgesamt spielt Religion für die Australier eher eine untergeordnete Rolle, obwohl sich in der Nationalflagge drei christliche Kreuze verbergen.

Flagge von Australien

Australische Hymne

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Die australische Hymne wurde im 19. Jahrhundert von Peter Dodds McCormick komponiert und 1878 uraufgeführt.

mp3-Quelle: www.nationalanthems.info

Informationen

Amtliche Eigenbezeichnung

Commonwealth of Australia (Commonwealth von Australien)

Hauptstadt
Canberra

Amtssprache(n)
keine offizielle Amtssprache, de facto Englisch

Sonstige offizielle Sprachen
--

Sonstige Sprachen

diverse australische Sprachen der Ureinwohner

Anteile der Religionen an der Bevölkerung
68% Christen (26,6% Katholiken, 20,7% Anglikaner, 20,7% sonstige Christen), 15,3% ohne Religion, 12,7% ohne Angabe, 4% Andere (Buddhisten, Moslems u.a.)

Fläche
7.692.030 km²

Einwohner
ca. 22 Mio