Elf Freundinnen sollt ihr sein!

Das würde Sepp Herberger wohl heute sagen. Denn im Männerfußball sind die Zeiten schon lange vorbei. Nicht so in der Mädchen-Fußballmannschaft der Deutschen Schule in London - ihnen ist es wichtig zusammen zu spielen, zusammen zu gewinnen und einfach gemeinsam Spaß zu haben.

Und genau das kommt auch rüber. Da sind Spielerinnen, die nicht nur auf sich schauen, sondern einander unterstützen, sehen, dass alles an seinem Platz ist und auch einmal für eine andere laufen. Man achtet aufeinander und diese Umsichtigkeit zeigt sich ebenfalls im Spiel. Es wird genau registriert, wo jemand steht, welche Zeichen er macht und es wird kommuniziert, um für die Mannschaft das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Da verzichtet man dann auch auf den Alleingang, wenn eine andere vielleicht noch besser zum Tor steht.


Das alles ist für die 13 Mädchen, die von der Sportfachschaftsleiterin Arzu Gebser trainiert werden, ganz selbstverständlich. Warum sie Fußball spielen? Da gibt es nur erstaunte Gesichter: “Ja, warum denn nicht? Das ist doch ganz normal. Wir wollen Sport machen, es wird hier angeboten, es ist eine Mannschaftssportart im Freien und meine Freundin ist ja auch dabei.”
Ganz so selbstverständlich ist es dann aber doch nicht, denn das Angebot gibt es erst seit zwei Jahren und wurde von Frau Gebser ins Leben gerufen. Die Deutsche Schule London ist Mitglied der ISSA (International School Sports Association), die Turniere in unterschiedlichen Sportarten anbietet. Eine Mädchen-Fußballmannschaft fehlte noch, ist aber schon heute nicht mehr weg zu denken. So wie Fußball aus dem Leben der Mädchen. Während zwei von ihnen schon in Deutschland spielten und eine davon auch hier in England beim Fulham FC, war es für die anderen eine ganz neue Erfahrung. Wenn es aber irgendwann zurück nach Deutschland geht, dann wollen die Mädchen weiter spielen, denn Frauen-Fußball ist absolut kein Tabu mehr.
Mehrheitlich ist man übrigens der Meinung, dass Deutschland wieder Fußball-Weltmeister wird. Ganz vereinzelte Stimmen nennen die USA. Aber die Daumen werden für Deutschland gedrückt. Ist doch klar!

Anke Stüber

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Quelle: www.kirche.tv