Von Katrin Fuchs und Julia Koik


So ist das nun mal beim Sport. Ein spannendes Spiel endet meistens nicht mit einem Unentschieden, sondern: Die eine Mannschaft verliert, die andere gewinnt. Die Einen freuen sich über ihren Sieg, die Anderen sind enttäuscht über ihre Niederlage.
Genauso geht es auch in der Wirtschaft oft nur um Siegen und Profitieren. Wir haben die Berichte über die Wirtschaftskrise in Erinnerung. Banken haben sich verspekuliert, Unternehmen standen von einem Tag auf den anderen in den roten Zahlen, Existenzen waren und sind immer noch gefährdet. Zukunftsträume zerplatzen wie Seifenblasen.
Wer nicht mithalten kann, falsch kalkuliert oder einfach Pech hat, verliert. Und das bedeutet Angst. So geht es auch vielen Arbeitnehmerinnen. Aufgrund von hohem Leistungsdruck verkalkulieren und verausgaben sie sich. Das bringt allerdings weder dem Arbeitnehmer bzw. der Arbeitnehmerin, noch dem Arbeitgeber bzw. Arbeitgeberin etwas.
Die Zauberformel lautet „Win-Win“: Einen Weg finden, von dem beide Parteien profitieren. Wenn es dem Arbeitgeber gelingt, gute Arbeitsbedingungen zu schaffen, gewinnen beide.
Bei Gewaltpräventionsprojekten in unserer Jugendarbeit verdeutlichen wir den Jugendlichen diese Win-Win-Strategie anhand einer Übung. Die Teilnehmer bilden gleich starke Paare, setzen sich gegenüber und haben eine Minute Zeit, den „Sport“ des Armdrückens auszuüben. Immer, wenn es jemanden gelingt, die Hand des anderen auf den Tisch zu drücken, wird dies mit einem Gummibärchen belohnt. Ziel ist es, so viele Gummibärchen wie möglich zu bekommen. In der Regel bewegen sich die Gewinne zwischen zwei bis zehn Gummibärchen pro Teilnehmer. Nur selten kommen die Jugendlichen direkt auf eine kooperative Win-Win-Strategie. Diese funktioniert so, dass sie sich vorher besprechen und dann so schnell sie können und ohne Gegendruck, nacheinander die Hände auf den Tisch hin und her drücken. So siegen beide und bekommen viele Gummibärchen.
Es gibt verschiedene Wege, Konflikte zu lösen. Bestenfalls gilt, sich über Probleme und Ziele auszutauschen und gemeinsam einen Weg zu finden, so dass beide Parteien am Ende zufrieden sind.
Beim Fußball funktioniert es nur bedingt, dass alle nach dem Schlusspfiff glücklich sind. Das Schöne bei Team-Sportarten ist aber, dass man das Spiel entweder zusammen gewinnt, oder eben verliert. Man kann die Freude des Gewinnens zusammen teilen, sich aber auch zusammen nach einer Niederlage neuen Mut für die weiteren Spiele geben.
Auch die Verlierer sind Gewinner. Denn, wenn sie alles gegeben haben, können sie stolz auf ihre Leistung sein. Sie haben manche Erfahrung dazu gewonnen, die sie stärker macht. Außerdem gibt es immer wieder die Chance, neu durchzustarten. Beim nächsten Mal wird eine neue Herausforderung angenommen. Und diese Einstellung ist gut, denn sie bringt jeden Ball ins Rollen!
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Quelle: www.kirche.tv
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