Muttersprachliche Gottesdienste im Erzbistum Berlin in den Sprachen der Teilnehmerländer an der Frauen-Fußball-WM 2011 in Deutschland
Weihbischof Peters und Präses Schneider feiern ökumenischen Gottesdienst zum Auftakt der Frauen-Fußball-WM

In Anwesenheit zahlreicher Persönlichkeiten aus Politik und Sport haben der Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters und der Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, am Sonntag, 26. Juni, einen ökumenischen Gottesdienst zur Eröffnung der Frauen-Fußballweltmeisterschaft 2011 in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche gefeiert. Sechs Stunden vor dem Eröffnungsspiel zwischen Gastgeber Deutschland und Kanada fand der Gottesdienst im Beisein von Bundespräsident Christian Wulff und dem Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes, Theo Zwanziger, in der Kirche unweit des Berliner Kurfürstendamms statt. Inhaltlich prägten zwei Themen die ökumenische Feier: Zum einen die Rolle des Frauen-Fußballs vor dem Start der ersten Weltmeisterschaft in Deutschland, zum anderen die über Sprach- und Kulturgrenzen hinausreichende verbindende Wirkung des Sports.
„Wir freuen uns, wenn uns vielleicht ein zweites Sommermärchen geschenkt wird. Nicht reloaded, sondern anders, der Frauen-Fußballweltmeisterschaft entsprechend“, sagte Weihbischof Peters im Gottesdienst, den er in seiner Funktion als Sportbischof der Deutschen Bischofskonferenz zelebrierte. Die vor Beginn der WM medial vielfach gezogenen Vergleiche mit dem Männer-Fußball thematisierte auch Nikolaus Schneider: „Wir können uns freuen, dass der Frauen-Fußball endlich die Anerkennung erhält, die er verdient. Mit Freude nehme ich zur Kenntnis, wie selbstbewusst er auftritt“, betonte Schneider und erntete Applaus mit dem Zitat des Slogans „Dritte Plätze sind nur etwas für Männer“. Sowohl Weihbischof Peters als auch Präses Schneider hoben mehrfach „das Verbindende des Fußballsports“ hervor. DFB-Präsident Zwanziger bat in den Fürbitten darum, dass „Hass und Gewalt keinen Raum in den Stadien“ bekommen. 16 junge Fußallerinnen aus Berlin hatten zuvor stellvertretend für die 16 an der Weltmeisterschaft teilnehmenden Nationen die Rolle des Frauen-Fußballs auf den jeweiligen Kontinenten vorgestellt. Die deutsche U 17-Nationalspielerin Venus El-Kassem trug die Lesung aus dem Kolosserbrief vor.
In seiner Predigt griff Weihbischof Peters die Lesung auf. Mit Blick auf den Satz „Richtet euren Sinn auf das Himmlische und nicht auf das Irdische“ hinterfragte er mehrmals, ob die Fokussierung auf ein Mega-Ereignis wie eine Fußball-Weltmeisterschaft für Christen richtig sei. Christen freuten und litten wie alle Menschen, auch im Fußballstadion. „Und trotzdem ahnen wir, die Wahrheit unseres Lebens liegt nicht auf dem Platz“, sagte der Trierer Weihbischof. Vielmehr dürfe die Orientierung auf das Wesentliche nicht verloren gehen. Wer den Blick auf das Himmelreich richte, gewinne die Freiheit, sich in der Welt zu engagieren. „Ja, wir wollen die Welt mit gestalten, in der wir leben“, betonte Peters. Dazu gehöre auch der Einsatz für „einen fairen, fröhlichen und verbindenden Fußball“. Vor dem Hintergrund negativer Auswüchse im Fußball wie etwa den Korruptionsvorwürfen im Weltfußballverband FIFA unterstrich Weihbischof Peters vor den zahlreichen anwesenden Sportfunktionären, dass aufgrund der gleichen Freiheit Christen „aber auch mahnen, dort wo wir – und sei es aus rein wirtschaftlichen Interessen – die Würde des Menschen und die Ideale des Sports bedroht oder gar korrumpiert sehen“.
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Quelle: www.kirche.tv
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